WeTransfer-Alternative für Fotografen
Fotos an Kunden übergeben, ohne dass der Link nach wenigen Tagen verfällt: Galerie mit Passwort, Wasserzeichen und Bildauswahl. Server in Frankfurt.
Fast jeder fängt damit an: Shooting fertig, Ordner exportiert, Transfer-Link raus. Das funktioniert genau so lange, bis der erste Kunde nach zwei Wochen zurückschreibt, dass der Link nicht mehr geht. Diese Seite erklärt, warum ein Transfer-Dienst für die Bildauslieferung der falsche Baustein ist — und was eine Kundengalerie stattdessen übernimmt.
Versenden ist nicht Ausliefern
Transfer-Dienste lösen ein anderes Problem als deines. Sie bringen eine große Datei einmalig von A nach B — dafür sind sie gut. Die Bildauslieferung an einen Kunden ist aber kein Transport, sondern ein Vorgang mit mehreren Schritten: ansehen, auswählen, herunterladen, später noch einmal aufrufen. Vier Schritte, für die ein Transfer-Link nicht gebaut ist.
- Der Link läuft ab. Im kostenlosen Tarif nach höchstens drei Tagen (Stand Oktober 2026, laut WeTransfer). Die Galerie wird aber noch zum ersten Hochzeitstag aufgerufen.
- Ein Paket statt einer Galerie. Um ein einzelnes Bild auszutauschen, schickst du alles noch einmal.
- Keine Darstellung. Der Kunde bekommt ein ZIP, kein Bilderlebnis — und dein Handwerk sieht aus wie ein Datei-Anhang.
- Keine Bildauswahl. Die Rückmeldung kommt als „0412, 0418 und das mit dem Hund" per E-Mail.
- Ein Monatslimit. Im kostenlosen Tarif sind es bis zu 10 Transfers und 3 GB in 30 Tagen. Eine einzige Hochzeit liegt schnell darüber.
Was dabei am meisten kostet
Nicht die Monatsgebühr, sondern die Schleife danach. Jede Auslieferung per Transfer-Link zieht im Schnitt zwei bis vier E-Mails nach sich: der abgelaufene Link, die Frage nach der Auflösung, die Bildnummern, die Nachfrage, ob alles angekommen ist. Bei zwanzig Aufträgen im Jahr ist das ein Arbeitstag, den niemand in Rechnung stellt.
DSGVO: was du unabhängig vom Anbieter prüfen musst
Kundenfotos sind personenbezogene Daten — nicht nur die des Auftraggebers, sondern jeder erkennbaren Person darauf. Daraus folgen drei Anforderungen, die für jeden Dienstleister gelten und bei jedem einzeln zu prüfen sind:
- Ein Speicherort, dessen Rechtslage du erklären kannst — nicht „in Europa" im Allgemeinen, sondern welche Region, welches Land.
- Eine Aufbewahrungsdauer, die du benennst und einhältst. Die DSGVO verlangt Speicherbegrenzung, nicht Archivierung auf unbestimmte Zeit.
- Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, sobald ein Dienstleister die Daten für dich verarbeitet. Ohne ihn ist die Zusage eines Anbieters eine Werbeaussage und keine Verpflichtung — mehr dazu auf AV-Vertrag für Fotografen.
Das ist ausdrücklich kein Urteil über einen bestimmten Anbieter: welcher Dienst diese Punkte wie erfüllt, musst du für deinen Fall selbst prüfen, notfalls mit anwaltlicher Beratung. Die Anforderungen ändern sich dadurch aber nicht — und ein Anbieter, der dir dazu keine klare Auskunft gibt, hat die Frage bereits beantwortet.
Unsere Antwort auf die drei Punkte
Anwendung, Datenbank und Bilddateien liegen in Frankfurt am Main — die Bilddateien in der AWS-Region eu-central-1, Anwendung und Datenbank im dortigen Rechenzentrum des Hosters; die täglichen Sicherungen in Frankreich. Alle drei Orte liegen in der EU. Was das nicht heißt: dass kein US-Unternehmen beteiligt wäre. AWS ist ein amerikanisches Unternehmen mit europäischen Rechenzentren, und wir schreiben das lieber hier hin, als uns „deutscher Anbieter" zu nennen. Der deutsche Markt kennt diesen Unterschied ohnehin.
Galerien sind standardmäßig privat, ein Passwort ist je Galerie möglich, und beim Löschen einer Galerie verschwinden Bilder und Metadaten. Welche Daten wie lange verarbeitet werden, steht in der Datenschutzerklärung.
Was eine Kundengalerie stattdessen macht
- Feste Adresse je Galerie, online, bis du sie löschst.
- Passwortschutz je Galerie — ein weitergeleiteter Link ist damit kein Zugang.
- Automatisches Wasserzeichen auf den Vorschauen, Originale unangetastet: so lieferst du vor Zahlungseingang aus.
- Bildauswahl im Browser — der Kunde markiert seine Favoriten ohne Konto, du bekommst die Liste.
- ZIP-Download der ganzen Galerie oder nur der freigegebenen Auswahl.
- Statistik je Galerie: Aufrufe und Downloads, ohne nachzufragen.
- QR-Code für Gäste — bei Hochzeiten und Events laden Gäste ihre eigenen Fotos direkt in die Galerie.
Umstieg: was tatsächlich zu tun ist
- Kostenlos registrieren, ohne Kreditkarte.
- Einen echten Auftrag parallel ausliefern — nicht das Archiv migrieren.
- Passwort setzen, Wasserzeichen aktivieren, Link wie gewohnt verschicken.
- Nach zwei Wochen in die Statistik schauen. Wenn der Kunde nicht nachgefragt hat, war es die richtige Entscheidung.
Alte Links laufen ohnehin von selbst ab. Es gibt nichts abzuschalten und nichts zu kündigen, bevor du es ausprobiert hast.
Häufige Fragen
Wie versende ich große Bilddateien an Kunden?
Am besten gar nicht versenden, sondern bereitstellen. Eine Galerie zeigt die Bilder in lesbarer Größe, erlaubt Einzel- oder ZIP-Download und bleibt online.
Gilt das auch für Google Drive und Dropbox?
Weitgehend ja. Beide sind Datei-Ablagen, keine Auslieferungswerkzeuge: der Kunde sieht Ordner statt Bilder, es gibt keine Bildauswahl, und die Freigabeeinstellungen sind genau die Stelle, an der Fehler passieren.
Brauche ich einen AV-Vertrag?
Sobald ein Dienstleister Kundenfotos für dich verarbeitet: ja. Was er enthalten muss, steht auf AV-Vertrag für Fotografen.
Was kostet der Einstieg?
Nichts. Der kostenlose Tarif umfasst 2 GB Speicher, bis zu 2 Galerien und 600 Fotos je Galerie, ohne Kreditkarte.
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- Bildauswahl online für Kunden
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